AUSGEWÄHLTE WEINE

WEIN IST VIEL MEHR ALS EIN GETRÄNK

Wein ist Kultur und Emotion. Wein begleitet unsere schönsten Stunden und die großen Feste. Wein ist der Ausdruck bestimmter Rebsorten und Böden und – nicht zuletzt – der Hand des Winzers, der den Rebensaft zu einem Kulturprodukt formt. Wir führen Weine aus verschiedenen Ländern von Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, Südafrika, Chile und Neuseeland.

Die Geschichte des Weins

Die Rebsorten, die heute in den Weinbergen der Welt stehen, sind das Ergebnis eines Ausleseprozesses, der bereits vor etwa 60 Millionen Jahren begann. Zuerst waren es mehrere Eiszeiten und Klimaveränderungen, welche vorhandene Reben verschwinden und neue entstehen ließen. Dann begannen Vögel und Säugetiere, die in Wäldern wachsenden Wildreben (lateinisch: Vitis silvestris) nach Geschmack und Erreichbarkeit zu selektieren. Schließlich kamen die Menschen und sonderten einzelne Reben aus, um sie in ihren Gärten zu kultivieren: die ihnen am besten schmeckten und aus denen sich der beste Wein erzeugen ließ. So entstanden die ersten europäischen Kulturreben (Vitis vinifera).

Ständige Selektion

Mit dem wachsenden Handel und Verkehr, aber auch mit den Völkerwanderungen wurden die Reben dann von Händlern, Seefahrern, Söldnern und Siedlern in andere Länder gebracht. Dort fanden sie neue Wachstumsbedingungen vor: ein anderes Klima, andere Böden, andere Krankheiten. Viele Reben gingen ein, einige konnten sich anpassen. Auf diese Weise wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte die Rebenvielfalt immer stärker eingeengt. Heute gibt es keine Wild-Reben mehr, und auch die Anzahl der tatsächlich im Anbau befindlichen Kulturreben ist stark zurückgegangen, am stärksten durch die Reblauskatastrophe, die Europa ab 1850 heimsuchte, in einzelnen Regionen bis 1930 wütete und viele regionale Sorten unwiederbringlich ausgelöscht hat. Geblieben sind weltweit etwa tausend verschiedene Rebsorten. Davon werden aber höchstens 15 Prozent in nennenswerten Mengen angebaut. .

Ursprung der Reben und des Weins

Die ältesten Zeugnisse der Gärkunst stammen aus dem heutigen Syrien (alte Traubenpresse, 8000 v. Chr.) und aus den südlichen Ausläufern des Kaukasus, dem heutigen Georgien. Dort wurden tönerne Weingefäße gefunden, die, in der Erde vergraben, bereits 6000 Jahre v. Chr. zur Konservierung des Weins benutzt worden waren. Doch mit Sicherheit waren die Assyrer und Georgier nicht die ersten, die Wein herstellten. Traubenkerne, die nach radiologischen Untersuchungen aus der Zeit um 10 000 bis 8000 v. Chr. stammen, wurden in der Türkei und in Persien gefunden. Wahrscheinlich haben die Nomadenvölker auch vorher schon gewusst, dass der Traubensaft, den sie in ihren Ziegenlederbälgen mit sich führten, zu einem berauschenden Getränk werden kann.

Die ersten bildlichen Darstellungen der Weinbereitung stammen aus Ägypten. Auch aus dem Jordantal, aus Armenien und aus Kreta gibt es frühe Zeugnisse der Weinherstellung.

Ein regelrechter Weinkult entstand etwa 2000 v. Chr. in Griechenland. Die Menschen verehrten den Wein derart, dass sie ihn in einer Gottesgestalt verkörpert wissen wollten: Dionysos. Er wurde vom Gott der Pflanzen zum Gott des Weins. Dionysos feierte mit seinen Priesterinnen in dunklen Wäldern und auf blühenden Wiesen ausschweifende Feste, auf denen nicht nur viel getrunken, sondern auch ekstatisch getanzt wurde und man sich der Sinnenlust hingab. Im vorchristlichen Rom führte er jedoch bald zu dekadenten Auswüchsen (Promiskuität, Betrug, Mord). Er wurde erst verboten, dann unter dem Druck des Volkes von Julius Cäsar wieder zugelassen.

Woraus besteht Wein?

Wein ist, chemisch betrachtet Äthylalkohol, in einer wässrigen Lösung, bestehend aus Zucker, Säure, Estern, Laktaten. Nichts Besonderes also. Nur eines weiß auch heute noch niemand. Wie sich Hunderte von Düften und Aromen zu einem harmonischen Ganzen verbinden können. Es ist das Geheimnis eines jeden Weins. „Wer Genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse“ erkannte der spanische Maler Salvador Dali ganz richtig.

Die Rebe

Auch auf extrem nährstoffarmen, trockenen Böden, auf denen keine andere Kulturpflanze mehr gedeiht, ist sie noch lebensfähig. Diese Überlebenskraft schöpft sie in erster Linie aus dem Wurzelwerk. Tiefer als bei jeder anderen Pflanze dringen ihre Wurzeln in den Boden ein und suchen dort, was sie in höheren Bodenschichten nicht finden: Wasser, Mineralien, Stickstoff. Weil das aber nur durch optimale Lichtausnutzung möglich ist, hat sie sich zur Kletterpflanze entwickelt. Hinzu kommt ihre Zähigkeit. Sie ist – im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen – genügsam und leidensfähig. Deshalb schätzen sie die Menschen so sehr. Denn nur eine Rebe, die leidet, gibt guten Wein, haben sie herausgefunden. Richtig: Je weniger Früchte eine Pflanze trägt, desto besser sind diese.

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